Festung Ehrenbreitstein

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118 m hoch erhebt sich die Festung Ehrenbreitstein auf dem gleichnamigen rechtsrheinischen Felsen über der Stadt Koblenz.

Schon früh erkannten die Menschen die strategisch günstige Lage des Felssporns, der nur von Norden gut anzugreifen war; zum Rhein und zum Tal Ehrenbreitstein fällt er steil ab. Der neueste Fund eines vorgeschichtlichen Palisandengrabens aus dem 10. Jahrhundert durch die Koblenzer Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege belegt, dass der Ehrenbreitstein seit 3000 Jahren als Schutz- und Zufluchtsort genutzt wird.

Im Mittelalter – um das Jahr 1000 n. Chr. – gründete dann ein Erenbrecht eine nach ihm benannte Burg auf dem Felsen. Seine Nachfolger, die Trierer Erzbischöfe bauten diese weiter aus und gründeten im 12. Jh. eine weitere Burg mit Namen Helfenstein auf einem vorgelagerten Felsen.

Ab 1500 baute man die Burgen unter Richard von Greiffenklau allmählich zu einer Festung aus. Hohe Mauern, Kanonen und ein Graben mit Bastionen im Norden verstärkten die Anlage. Überbleibsel dieser Zeit ist die Prunkkanone „Greif“, die seit 1984 wieder auf der Festung Ehrenbreitstein zu besichtigen ist.

1600 errichtete man einen zweiten Wall mit Eckbastionen nach den Plänen von Maximilian und Johann Pasqualini. In den Jahren 1626 bis 1629 ersetzte man im Tal den einstigen Torbau der Burg durch die Philippsburg als Residenzschloss. Zu ihrem Schutz errichtete man Wälle und Wassergräben. Doch schon wenig später besetzten französische Truppen während des Dreißigjährigen Kriegs von 1632 bis 1637 die Festung Ehrenbreitstein.

Nachdem die Festung 1650 an Trier zurückfiel, bauten die Trierer Erzbischöfe Karl Kaspar Johann Hugo von Orsbeck (1676-1711) und Franz Georg von Schönborn (1729-56) den Ehrenbreitstein zur barocken Festung aus. Ein Feind wurde schon im Vorfeld auf dem Festungsplateau von Verschanzungen empfangen. Dahinter lagen der Hauptgraben mit Geschützständen und Kasematten, dann der Hauptwall mit zwei Bastionen. Batterien erhielt auch der Helfenstein, die Südseite und die Rheinseite. Der Grundriss dieser Anlage hat sich in der preußischen Festung erhalten. Die neuen Ausbauten hinderten die Franzosen aber nicht die Festung von 1795 bis zur Aufgabe 1799 zu belagern. Gemäß dem Frieden von Lunéville verließ Frankreich 1801 die rechte Rheinseite. Da die Festung aber eine Bedrohung darstellte, wurde sie gesprengt. Ihre Ruinen gingen 1803 in nassauischen Besitz über.

Am 11. März 1815 befahl König Friedrich Wilhelm III. von Preußen den Wiederaufbau von Ehrenbreitstein und die Befestigung von Koblenz. Diese riesige Festungsanlage – nach Gibraltar die größte Europas – umfasste neben dem Hauptwerk Ehrenbreitstein u.a. rechtsrheinisch das Fort Asterstein auf der Pfaffendorfer Höhe, linksrheinisch die Feste Kaiser Karl Alexander auf der Karthause und das Fort Großfürst Konstantin oberhalb des Koblenzer Hauptbahnhofes sowie in Richtung Eifelhöhen die Feste Kaiser Franz auf dem Petersberg. Die Pläne hierfür erarbeiteten der spätere preußische Generalmajor Ernst Ludwig von Aster sowie General Neidhardt von Gneisenau. 1816 begannen die Erdarbeiten auf dem Ehrenbreitstein; der Grundstein wurde am 5. Juni 1817 in der Spitze des Ravelins gelegt. Am 3. August 1828, dem 58. Geburtstag Friedrich Wilhelm III., wurde in der Kurtine der letzte Stein gelegt. Wirklich vollendet war die Festung Ehrenbreitstein jedoch erst 1834 mit dem Bau der so genannten Mühltalbatterie. Eine Vielzahl von Ingenieur-Offizieren entwickelte in der Festung Koblenz die neupreußische Befestigungsmanier, die auch heute noch auf der nahezu unzerstörten Festung Ehrenbreitstein gut nachzuvollziehen ist. Sie vereinigt modernste militärische Erkenntnisse und strenge geometrische Planung mit künstlerischer Gestaltung. Dieser Anspruch zeigt sich auch in den Räumlichkeiten, die zum einen unter waffentechnischen Gesichtspunkten ausgerichtet waren, zum anderen aber auch einen Wohncharakter anstrebten. Mit der Heeresreform von 1808 und der Einführung der Wehrpflicht 1814 sollten Soldaten fortan menschlicher behandelt werden und komfortabler leben. Die Festung Ehrenbreitstein stellt somit ein wichtiges Zeugnis der neuen Rolle des Soldaten innerhalb der Armee und des Staates dar. Im Kriegsfalle sollten 1500 Soldaten mit 80 Geschützen den Ehrenbreitstein verteidigen. Eine halbjährige Belagerung konnte man mit den Vorräten aushalten.

Am 28. Januar 1886 wurde Koblenz zur minderwichtigen Festung erklärt. Bis 1903 folgte die Auflassung der linksrheinischen Anlagen und des Nieder-Ehrenbreitsteins. Laut des Versailler Vertrages von 1919 war nach dem 1. Weltkrieg auch die Sprengung der Festung Ehrenbreitstein vorgesehen, man konnte dies jedoch aufgrund ihrer historischen und künstlerischen Bedeutung verhindern. Lediglich die Anlagen im Vorfeld und die Gegenminenanlage wurde unbrauchbar gemacht.

Von 1918 bis 1923 beherbergte die Festung amerikanische Besatzungssoldaten, die wiederum bis 1929 von französischen Besatzungssoldaten abgelöst wurden. Am 6. April 1945 wurde der Ehrenbreitstein von den Amerikanern eingenommen. Obwohl die Stadt Koblenz zu 45 Prozent und ihre Vororte zu 60 Prozent zerstört worden waren, wies die Festung lediglich an 12 Stellen Schäden auf.

Heute befindet sich auf der Festung Ehrenbreitstein das Amt Burgen, Schlösser, Altertümer Rheinland Pfalz, eine Ausstellung über den preußischen Soldatenalltag, eine Dauerausstellung „Archäologie am Mittelrhein“ und die staatliche Sammlung technischer Kulturdenkmäler des Landesmuseums Koblenz.

Am besten erkundet man die Festung bei einem Rundgang. Dabei bekommt man den besten Überblick über die einzelnen Bauperioden des einst größten Bollwerkes am Rhein. Die Festung war so konzipiert, dass sie von Feinden immer nur stückweise erobert werden konnte.

Es empfiehlt sich entweder an einer Führung teilzunehmen, die von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr zu jeder vollen Stunde angeboten wird, eine alleinige Erkundungstour mit einem Führungsheft zu starten oder die zu den besonderen Highlights auf der Festung Ehrenbreitstein gehörende szenische Führung „Der ewige Soldat“, eine Mischung aus Theaterstück und lebendiger Geschichte.

Siehe hierzu auch auf der Seite „Veranstaltungen“: „der ewige Soldat“.

Man sollte jedoch neben der Besichtigung des „Ehrenmals des deutschen Heeres“ auf gar keinen Fall das herrliche Panorama auf das Deutsche Eck, die Stadt Koblenz und das Neuwieder Becken versäumen. Abschließend kann man seine neu gewonnenen Eindrücke in einer der beiden Gaststätten bei Speis und Trank verarbeiten.