Burg Lahneck

Burg Lahneckwww.Hotel-Meder.de die Residenz am Rhein in Andernach empfiehlt:

Oberhalb des Zusammenflusses von Lahn und Rhein bietet Burg Lahneck ein bedeutendes Zeugnis der Rheinromantik: Verbindung von mittelalterlicher Wehranlage, Ausbau in englischer Neugotik und einer wertvollen Einrichtung.

Sie wurde vor 1244 für den Erzbischof von Mainz errichtet, später erweitert, 1688 zerstört und seit 1852 wiederaufgebaut.

Sehenswert ist das Innere mit Kapelle, Rittersaal, wertvollen Bildern und Möbeln. Der Bergfried bietet herrliche Aussicht (Novelle von Wilhelm Schäfer „Das fremde Fräulein“).

1774 regte die Ruine Goethe zu dem Gedicht „Geistesgruß“ an.

Hoch auf des Turmes Zinnen steht
des Helden edler Geist,
der wie das Schiff vorrübergeht,
es wohl zu fahren heißt.

Sieh, diese Senne war so stark,
das Herz so fest und wild,
die Knochen voll von Rittermark,
der Becher angefüllt.

Mein halbes Leben stürmt ich fort,
verdehnt die Hälft` in Ruh-
und du, du Menschenschifflein dort,
fahr immer, immer zu.

Die 12 Tempelritter:  

Während der Kreuzzüge hatten sich die Ritterorden im gelobten Lande gebildet. Der Orden der Tempelherren war 1118 entstanden, um christliche Pilger zu pflegen. Er war immer mächtiger geworden, und seine Reichtümer waren beständig gewachsen. Allein nach einem fast zweihundertjährigen Bestehen hatten ihm im Jahre 1307 der Papst Clements V. und der König Philipp der Schöne von Frankreich den Todesstoß versetzt. Überall begann auch in Deutschland die Verfolgung der Templer.

Zu den Würgeengeln, welche sich gegen die Tempelherren erhoben, gehörte auch der damalige Bischof von Mainz Peter Aichspalter, der sich dem Papste dafür dankbar zeigen wollte, daß dieser ihn vom Hausarzt eines luxemburgischen Grafen, was er bis dahin gewesen war, auf den erzbischöflichen Stuhl zu Mainz erhoben hatte.

Peter Aichspalter stellte den Tempelherren die Wahl zwischen Verbannung und Tod, aber hier wie überall war es für die Tempelherren schwer, eine neue Heimat zu finden, weil sie überall ausgewiesen wurden. An allen Orten mußten sie deshalb darauf denken, Schlupfwinkel ausfindig zu machen. Auf mainzischem Gebiete wurde die Burg Lahneck als Zufluchtsort der letzten Tempelherren benutzt. Nachdem nämlich einige Tempelherren auf’s Gerathewohl in die Verbannung gezogen waren, andere aber ihren Orden abgeschworen hatten, warfen sich die letzten zwölf Tempelherren in die Burg Lahneck und schwuren sich einander zu, daß keiner die Burg lebend wieder verlassen wolle.

Als Peter Aichspalter diese Nachricht erhielt, geriet er in Wut und sandte seine Soldaten ab, um sie alle zwölf niederzuhauen. Zwar wurde ihnen angeboten sich noch zu ergeben, doch wartete ihrer dann etwas anderes als der Tod durch Henkershand? Es wurde ihnen auch noch immer frei gestellt, ihren Orden abzuschwören, welchen sie ja doch durch ein sittenloses Leben und durch das Streben nach irdischen Reichtümern entweiht hätten. Aber daß sie das Gelübde des Gehorsams gegen ihren Ordensmeister, den sie auf das höchste verehrten, jemals gebrochen hätten, wagte niemand zu behaupten; dafür, daß sie nicht tugendhaft gewesen seien, verlangten sie Beweise; daß sie nach irdischen Schätzen getrachtet hatten und reich an Gütern waren, lag allerdings auf der Hand; aber dies war ja eben der Grund, weswegen man sie überall aus dem Lande jagte oder gar hinrichtete. Kein Wunder daher, daß alle zwölf Tempelherren auch nach dieser Aufforderung ihren Orden zu verlassen, ihm treu blieben.

Gegen einen Heereshaufen wie dieser hätten sich die Tempelherren nun allerdings nicht lange halten können, wenn die Mainzer hätten damit anfangen dürfen, die Burg Lahneck in Brand zu stecken; aber sie hatten im Gegenteile die Weisung empfangen, die Burg so viel als möglich zu schonen. Es blieb daher den Soldaten des Erzbischofs nichts übrig, als mit den zwölf Tempelherren, unter denen sich sogar einige Grauköpfe befanden, so lange zu kämpfen, bis sie ermattet zusammensinken würden.

Als die Nacht hereinbrach, blies ein furchtbarer Sturmwind vom Rheine herauf, welchen der Schlachtruf der Mainzer nicht zu übertönen vermochte. Die Tempelherren aber nickten sich einander zu, und ihr Nicken allein schon enthielt das erneuerte Gelöbnis, zu kämpfen bis in den Tod. So kämpften sie denn auch die ganze Nacht hindurch, und beim hereinbrechenden Morgen schwang nur noch einer von ihnen das Schwert. Der ritterliche Anführer der Mainzer Truppen wandte sich jetzt von neuem an den letzten Tempelherrn und forderte ihn nochmals auf, sich zu ergeben. – Höhnisch verweigerte er die Annahme, weil er nicht glaubte, daß man das halten werde, was man ihm verspräche.

Erbittert durch die Herausforderung des einzelnen Mannes hieben die Mainzer Soldaten mit Macht auf ihn ein. Mit diesem einen Manne wurde noch gekämpft, als auf schaumbedeckten Rosse ein Bote des Erzbischofs heransprengte und verkündigte, der Kaiser selbst habe befohlen allen zwölf Tempelherren das Leben zu schenken. „Mein Leben ist ein elendes Geschenk für mich, seit meine elf Brüder tot sind! “ rief der letzte Tempelherr aus. Von der Burgmauer herunter sprang er mitten unter die Mainzer Soldaten, schlug nach allen Seiten gewaltig um sich und empfing auch sogleich den Todesstoß.

Auf dem Burghofe zu Lahneck liegen alle zwölf Tempelherren begraben.

Quelle Goethezeitportal

Im Sommer fanden Burgfestspiele statt, bitte beachten Sie unseren Hinweis in der Gruppe „Veranstaltungen“ unter Burgfestspiele Lahnstein, die jetzt in Lahnstein direkt stattfinden.